Bourggraff im Spätmittelalter

 Die Bourggraff´s im „Dreißigjährigen Krieg“ und in der Neuzeit.

Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 war ein Konflikt um die Hegemonie (Vormachtstellung) in Deutschland und Europa und zugleich ein Religionskrieg.

Nach diesem Krieg fand unter der Regentin Isabella Clara Eugenia von Spanien in Jahre 1656 - 1657 eine Feuerstättenzählung statt.

Inzwischen habe ich herausgefunden, dass es in den Jahren Jahre 1602 und 1620 zweimal einen Eintrag mit dem Namen Bourgraff /Bourgraff, aus Troine/Trotten in der Präfectur Bastogne gab. 

Im französischsprachigen Bericht den sie auf der Webseite finden unter “Franc-hommes“, befindet sich ein ausführlicher Bericht über diesen Stand im Spätmittelalter. „Franc-hommes“ ist ein Stand, der zu den Adligen noch zu den Bürger- oder Unfreien gehörte. Der „Franc-homme“ (Freih-Mann), war in der Tat, frei von allen Steuern und Abgaben. Der Franc-homme, musste aber jährlich mit Pferd und Montur (Schwert und Lanze) in Bastogne zur Musterung vorstellig werden. Außerdem, wenn sein Herr/Graf/Herzog oder König rief, musste er ihm in den Krieg folgen. Die Söhne der Franc-hommes durften nicht außerhalb des Standes heiraten, sonst verloren sie ihre Privilegien. Auch durften sie keinen andern Beruf ausüben als „Landeigentümer“. Sie besaßen ein Lehen oder einen Landbesitz („Alleu“ und „Fiefs“ auf französich) welcher auf die Söhne aufgeteilt werden konnte. Bei den meisten wurde das Land aber nur dem ältesten Sohn überschrieben. Auch durften sie es nicht verkaufen. Das Land durfte nicht verpfändet werden. Eigentlich waren sie nur Nutznießer. Die Anfänge dieses Standes finden sich noch vor Karl 5. im 12. Jahrhundert. Wie es dazu kam ist noch nicht geklärt. Waren es Adlige niederen Standes oder handelte es sich um Verdienste die sich Männer im Dienst des Königs erworben haben? Der Ort Troine, Trotten, Troynes, wo die Bourggraffs schon im 16. Jahrhundert lebten, gehörte zum französischsprachigen Teil Luxemburgs, wenn auch meist Lezeburech gesprochen wurde. Als 1839 ein großer Teil Luxemburg (die heutige Provinz Luxembourg) Belgien zugeschlagen wurde, blieb Troine jedoch Luxemburgisch. Der genannte ist der Vater von Michael Bourggraff und der Großvater von Nikolaus und dessen Brüdern Michel, Joannis, Vincentius, und ist vor 1600 geboren. Wie wir inzwischen wissen, lebte die Bourggraff- Familie im Haus Bourkes Sonntag. Dies kann ein Frongut oder Lehnsgut gewesen sein. In verschiedenen Heiratsvertägen und Testamenten der Bourggraffs  aus dem 18. Jahrhundert ist zu ersehen, dass diese Familie in einem größeren Hof wohnte. Manchmal wohnten dort zur gleichen Zeit mehrere Familien der Bourggraff´s.sGrabstein mit Wappen der Familie Monfin

Im 17. bis 18.Jahrhundert  wird sehr oft ein Bourggraff als Taufpate erwähnt, auch bei Nichtmitgliedern der Familie. Da die Patenschaft mit ziemlichen Unkosten verbunden war, musste der Pate von Haus aus ziemlich vermögend sein. Die große Zahl der geistlichen Berufe zeigt auch auf die Herkunft der Familie hin. So finden wir schon in einer Taufurkunde von 1678 Dominicus Joes Bourggraff, Presbyter in Bleyfeld als Pate von Elisabeth Bourggraff und Bruder des Vaters Nicolaus. Zur Schreibweise des Namens sehen wir viele verschiedene Schreibweisen, Burgraf, Burggraff, Bourgraff, Bourggraf, Bourggraff, Borgrave… . Bei den ältesten uns zur Zeit vorliegenden Taufurkunden, siehe unten, wurde der Name des Vaters fast immer „Bourggraff“ geschrieben. So wie wir wissen, bezeichnet der Name einem Stand aus dem Mittelalters und hieß in deutsch „Burggraf“. (Siehe die Bedeutung des Namens Bourggraff auf der Webseite.) Die Schreibweise „Bourggraff“ ist welch (französich). Möglicherweise stammt die Familie aus dem französisch sprachigen  Luxemburg und erhielt von den dortigen Grafen einen Lehnshof in Trotten, wo sie als Freie leben konnten.  Bei diesem Dokument  sehen wir die Geburtsurkunde von Nicolaus einem Enkel von Michel, er wurde im Jahre 1673 geboren und der Name seines Vaters wurde „Michaele Bourggraff“ geschrieben.

 Die Übersetzung: Am 22. April 1676 wurde geboren von Michaile Bourggraff aus dem Stiftshaus Bourens Sondags und Catharina, seiner Gattin, getauft der Sohn und wurde gegeben den Namen Nicolaus. Pate Nicolaus Burggraff und Joanna Matz aus der Pfarrei.           

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