Rasen einsäen

Kleine Fibel über Rasensamen und Rasendünger.

Neueinsaat eines Rasens:

Dazu einige Fragen:

             Wie ist die Bodenbeschaffenheit ihrer Parzelle?

-Tiefgründig, humusreich, gute Muttererde, eventuell ehemaliger Garten ohne Vegetation

-stark verunkrautet (Brennesseln, Gestrüpp)

 -alte Wiese.

            Oder ihr Boden ist stark lehmhaltig, hart, keine Muttererde, aber ohne Vegetation

idem, aber verunkrautet, eventuell mit Gestrüpp.

Nachdem Sie den Zustand ihrer Parzelle kennen, gehen Sie wie folgt vor:

Bei einer verunkrauteten Parzelle oder alten Wiese spritzen Sie das Unkraut, bzw. den alten Rasen mit einem schnell wirkenden Unkrautvertilger wie Roundup, Keeper oder einem ähnlichem Produkt mit dem Wirkstoff „Glyphosate“ ab.

Bei schwierigen Unkräutern und Holzgewächsen, Brennesseln, Bromm-beerhecken und ähnlichen Gewächsen gebrauchen Sie ein dafür geeignetes Vernichtungsmittel. Diese Produkte brauchen für eine gute Wirkung eine Außentemperatur von circa 15 Grad.

Nach 14 Tagen kann der Boden bearbeitet werden.

Nach dem Umgraben/Fräsen:

             Jetzt müssen Sie den Boden mit einem guten Dünger anreichern :

            Dazu eine kleine Info über die verschiedenen Düngerformen:

Ein ausgeglichener Dünger ist aus verschiedenen Komponenten zusammen-gesetzt: N-P-K

N = Stickstoff, P2O5 = Phosphor, K2O = Kalium, und oft auch MgO für Magnesium.

Bei Rasendünger liegt der N (Stickstoffgehalt) höher als die andern Komponenten.

Bei mineralischem Langzeitdünger besteht der Stickstoffgehalt in mehreren Formen und wird nur nach und nach über 90 bis 120 Tage von der Pflanze aufgenommen. Der Stickstoff bewirkt ein schnelles Wachstum der Pflanze.

Achtung: Stickstoff sollte nicht (während einer Wachstumsperiode) allein ausgestreut werden; Stickstoff allein laugt den Boden aus. Deshalb sollte der Dünger einen ausgeglichenen NPK-Wert haben.

Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn nach einer Bodenuntersuchung fest-gestellt wurde, daß die Parzelle unausgegliche NPK-Werte hat. In diesem Falle empfiehlt es sich, einzelne Dünger auszustreuen.

Bei Stickstoffmangel (N):         Kalkamonsalpeter (mineralisch) Kalkstickstoff (mineralisch), Hornspähne (organisch).

Bei Phosphatmangel: (P) Superphosphat, Thomasmehl (mineralisch)

Bei Kaliummangel:(K)   Kalimagnesia, Patentkali (mineralisch)

P+K wird auch unter der Form Thomaskali angeboten.

Welche Dünger jetzt auf welchem Boden ausstreuen?

         Bei lehmhaltigen Böden ohne Humus:

        Torf und Humus (Kompost) einarbeiten.

         Organische Dünger in höheren Dosen einarbeiten.

        Bei diesen Böden empfiehlt es sich außerdem, die Parzelle zu kalken circa 10 kg pro 100 qm.

        Bei tiefgründigen humusreichen Boden, alte Wiese, Garten:

         Hier kann ein organo /mineralischer Dünger ausgestreut werden.

Der Stickstoffgehalt ist in diesem Dünger teils organischer, teils mineralischer Natur.Hier kann auch ein rein mineralischer Langzeitdünger gebraucht werden. Mineralische Dünger ohne Langzeitwirkung, zB. Blaukorn, müssen in kleineren Gaben circa alle 3 Wochen ausgestreut werden.

Einsäen des Rasensamens.

Ein Rasensamen besteht normalerweise aus verschiedenen Gräsern.

Die Zusammensetzung der verschiedenen Rasengräsersorten ist auf der Verpackung vermerkt und zwar in ihren jeweils botanischen Namen.

Bsp:  Lolium perenne = Englisches Raygras (Deutsches Weidelgras)

         Poa pratensis = Wiesenrispengras usw.

Wenn der Anteil der Grasart „Lolium perenne“ sehr hoch ist, 50% und mehr, handelt es sich normalerweise um einen Sport- und Spielrasen.

Als Reparaturrasen wird meistens ein Rasensamen angeboten, der aus 100 % Lolium perenne, besteht. Der Grund dafür ist, daß dieser Rasen sehr schnell wächst und sich die Lücken schneller schließen.

Achtung! Diese Sorte sollte nicht in größeren Mengen zwischen einer bestehenden Rasenfläche ausgesät werden, da dieser Rasenteil sichtbar bleiben wird.

Jetzt wird der Samen am besten mit einem Streuwagen ausgebracht.

Ideal ist es dabei, die Hälfte des Samens der Länge nach und die andere Hälfte der Breite nach über der Parzelle auszusäen.

Die Dosis beträgt circa 2 bis 3 kg pro 100 qm. Im Herbst sollte die Dosis etwas höher sein.

Der Boden soll vor dem Säen fein krümmelig bearbeitet und trittfest sein, d.h. beim Betreten sollte man nicht mehr als circa 1 cm einsacken, eventuell ist es gut einige Zeit mit dem Säen zu warten, bis der Boden abgesackt ist.

Nach dem Säen wird der Boden eingerecht und fest gewalzt.

Bei kleinen Reparaturen kann die Erde auch mit der Schaufel fest geschlagen werden.

Der Dünger kann vor oder nach dem Einsäen ausgestreut werden. Es ist nicht unbedingt notwendig diesen einzurechen!

Nachdem die Parzelle jetzt festgewalzt ist, empfiehlt es sich, bei trockenem Sommerwetter eine Berieselungsanlage aufzustellen. Bis zum Aufgehen des Samens sollte der Boden unbedingt feucht bleiben. Im zeitigen Frühling oder Herbst ist eine Berieselung selten erforderlich.

Der erste Rasenschnitt sollte nicht zu tief sein um eine Verletzung der jungen Wurzeln zu vermeiden.Es schadet dem jungen Rasen nicht, wenn er bei trockenem Wetter betreten wird.

Unkraut im Rasen.

Nach 1 bis 2 Rasenschnitten bemerken Sie viele fremde Pflanzen in ihrem Rasen, die nicht dahin gehören. Diese fremden Samenkörner befanden sich nicht in ihrem Rasensamen. Wenn jedoch ein Boden bearbeitet wird und gut mit Dünger versorgt wird, ist es normal, daß viele Unkrautsamenkörner, die bis dahin im Boden lagen und „schliefen“, jetzt zum Leben erwachen und wachsen.

Es empfiehlt sich, um den jungen Rasen nicht zu schädigen, ein halbes bis ein Jahr zu warten und dann diese Unkräuter mit einem speziellen Rasenunkraut-vernichtungsmittel abzuspritzen.

Zum Abspritzen des Unkrauts brauchen Sie ein Spritzgerät von 5 bis 20 Liter.

Nähere Informationen finden Sie in der Fachliteratur und im Internet. Der Pflanzendoktor steht Ihnen für weitere Fragen gerne zur Verfügung und wünscht Ihnen erholsame Gartenarbeit und viel Freude und Erfolg mit Ihren Pflanzen.

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