Der Obstbaumschnitt

Das Beschneiden der Obstgehölze,

Wenn ich einen Baum ansehe, erinnert es mich an einen Menschen.

Es gibt wunderbare alte große Bäume, denen man ansieht, dass sie gelebt haben.

Ihre Schale ist grob und an Stellen gerissen. Es gibt abgestorbene und verkrümmte Äste. Im Sommer spenden sie Schatten und es ist schön auf einer Bank unter einem alten Apfelbaum zu sitzen. Es erinnert mich an meine zwei Onkeln, die an warmen Sommertagen im Garten zusammen auf einer Bank saßen. Sie redeten nicht viel. Sie genossen ihren Lebensabend.

Es gibt aber auch jenen Baum und leider sieht man ihn immer öfters: Schnell ist er in die Höhe geschossen. Er spendet keinen Schatten und seine kleinen Früchte sind fast unerreichbar. Er wollte zu schnell nach oben. Keiner half ihm seine Äste zur Seite auszudehnen. Er bekam keine Fruchtäste, hatte ein kümmerliches Dasein, bis er eines Tages der Motorsäge zum Opfer fiel und als einzige gute Tat Wärme ins Wohnzimmer brachte.

Der verwilderte Baum: Nur Äste, viele kleine madigen Früchte. So wie der junge Mensch, der ohne Erziehung und Leitung seiner Eltern ins Leben hinein stolpert. Die Früchte sind oft sehr traurig. Doch bei diesem jungen Menschen oder jungen Baum, ist noch etwas zu machen. Die vielen wilden Triebe müssen weg. Das gibt viel Mühe. Manche Eltern können ein Lied davon singen. Ich komme ganz schön ins Schwitzen, wenn ich an diesen verwilderten Bäumen arbeite. Doch es lohnt sich. Wenn auch der Baumbesitzer nach getaner Arbeit seinen Baum kaum wiedererkennt und heimlich denkt, dieser Schnitt war doch etwas zu stark. Ja, er tat dem Baum weh und die Stümpfe mussten mit Wundpaste gestrichen werden... . Man denke an den barmherzigen Samariter, der den unter die Räubergefallenen pflegte und seine Wunden mit Öl bestrich. Der Mann genas, sowie auch der beschnittene Baum gesund und kräftig wird.

Das Schönste für mich ist einem sehr jungen Baum die Form zu geben. So leicht und mit wenigen Schnitten läßt er sich in Form bringen und wird zu einem schönen gesunden Baum, der bald seinen Besitzer mit saftigen Früchten erfreut. Sie erinnern mich an meine Enkelkinder, die unter der liebevollen und konsequenten Erziehung ihrer Eltern aufwachsen.

Ich kann natürlich nicht Ihre Kinder oder Enkelkinder erziehen. Aber es ist mir ein echtes Bedürfnis, daß junge Bäume sich zu guten fruchtbaren Bäumen entwickeln und daß kranke, verkehrt gewachsene Bäume wieder gesund werden.

Meine Freude ist es, wenn ich ein Jahr nach dem Schneiden, sogar manchmal einige Monate später die beschnittenen Bäume sehe und feststelle, daß schon im ersten Jahr sich der Baum ganz ordentlich entwickelt hat und schöne große Früchte trägt.

Wenn Sie diese Zeilen lesen, sagen Sie sich vielleicht: “Schön und gut, der Pflanzendoktor könnte meine Bäume wieder in Stand setzen. Aber mit meiner kleinen Rente kann ich mir diesen Service nicht leisten.“ Doch daran soll es nicht scheitern. Wenn Sie mich anrufen, gebe ich Ihnen gerne kostenlos einige Tips, wie Sie ihre Bäume beschneiden können.

Seien Sie nicht deprimiert, wenn Sie Ihre vernachlässigten Bäume sehen. Es ist fast immer noch Korrektur möglich. 

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