Priester und Ordensleute

Priester in der Familie Bourggraff vom 18. bis 20. Jahrhundert. Ungewöhnlich hoch ist dieser Zeit die Anzahl der Priester in der Familie Bourggraff. Aus der Chronik der Ortschaft Trotten erfährt man mehr über sie.

1.)Johann Michel Burggraff, seit 1759 Kaplan in Dahl, wo er für die Jahre 1761-1767 als Frühmesser tätig ist. Am 20. Februar 1775 wird er zum Pfarrer der Blasiuskirche in Berlé (Heutiges Belgien)ernannt, wo er auch am 5. März 1785 verstarb.

2.)Ein Neffe von Johann Michel, Nikolaus Burggraff war im Jahr 1747 als Baccalaureus an der Artistenfakultät in Trier eingeschrieben. Er erhielt am 16. April 1751 von seinem Vater im Beisein des Gerichtshofes von Hoffelt den Weihetitel.

 3.)Ein weiterer Nikolaus Burggraff, Sohn von Johann und Maria Catharina Burggraff-Henz studiert in Luxemburg und empfängt am 5.Januar 1758 vor dem Gerichtshof in Trotten seinen Weihetitel. Ein Nikolaus Burggraff ist 1771 Vikar in Stolzemburg.

 4.)Michel Burggraff ist ebenfalls der Sohn von Johann Burggraff-Henz. Der Vater ist Schöffe im Hof Trotten. Michel ist am 16. Mai 1747 geboren. Er studiert in Trier und wird am 3. Juni 1772 zum Priester geweiht. Johann Burggraff Henz ist der Bruder von Nikolaus Bourggraff-Cramp, dessen Söhne Michel und Johannes-Peter nach Oberbesslingen geheiratet haben.

 5.)Von Trotten wieder kam ein weiterer Priester, Leonardus Burggraff. Er ist der Sohn von Johann Gregor Burggraff aus dem Haus „Burkessonntag“ und seiner Frau Anna Margaretha und wurde am 15.April 1741 getauft. Am 1. Juni 1765 erhielt er die Priesterweihe in Trier.

Von 1765 bis 1783 war er Schlosskaplan in Wiltz. Am 27. März 1783 wurde er Pfarrer in Eschweiler/Wiltz, wo er am 14. April 1817 verstarb.

6.)Vinzenz Burggraff, ein Sohn von Johannes Bourggraff-Burkes, wurde am 9. Juni 1744 geboren. Er studierte in Trier, wo er die Priesterweihe am 6. März 1773 empfing. Zwischen 1774 und 1792 finden wir ihn in Holzem in der Pfarrei Manderfeld (Heutiges Belgien). In der Zeit der französischen Revolution lebte er in Trotten, wo er Frühmesser war. Dort starb er am 21. September 1823 

7.)Nikolaus, ein Vetter oder Bruder von Vinzenz wurde am 24. November 1758 getauft. Sein Taufpate war Nikolaus Burggraff, Pfarrer in Trotten. 1774 ist er als Vikar in Brandscheid Bleialf(Heutiges Deutschland) tätig. Im Juli 1793 verstarb er. Er setzte seinen Vetter oder Bruder Vinzenz als Universalerbe ein. Das Testament wurde von den Pfarrern der Ortschaften Bleialf und Manderfeld mitunterschrieben.

 8.)Michel oder Johann-Michel Bourggraff, ein Sohn von Michel Bourgggraff-Connart, wurde am 21.Juli 1778 in Oberbesslingen geboren und in Köln am 12. Juni 1802 geweiht. Er starb im jungen Alter von 24 Jahren, am 15. Februar 1803. In Niederbesslingen befindet sich in der Begräbniskappelle ein Grabstein auf dem die Zeichen des Priesters, Kelch und Leuchter und der Name Michael Burgrave steht. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich dabei um den Priester Michael Bourggraff.

 9.)Von einem weiteren Sohn des Michel Bourggraff-Connert, wird in einer Kartei von Pfarrer Eugen Jost berichtet. Danach wurde Paul am 13.03.1776 geboren und am 19.11.1790 zum Priester geweiht. Auch er verstarb im jungen Alter von 29 Jahren. Diese zwei Brüder lebten während der für Geistliche sehr schwierigen Zeit der Französischen Revolution.

Danach gibt es wahrscheinlich keine Priesterberufe mehr bei den Bourggraff´s bis zum 20. Jahrhundert.

10.)Balthasar, genannt“Balthes“, Sohn von Nikolas Bourggraff,(ein Urenkel von Michael Bourggraff-Connert) und Odile Fis, wurde am 19.10.1904 in Oberbesslingen geboren. Sein Patenonkel war der Pfarrer Balthasar Fis, ein Bruder seiner Mutter. Auch bei ihm war es wie bei den meisten geistlichen Berufen: ein geistlicher Patenonkel führte das Patenkind hin zum Priesterberuf.

In der sogenannten „Neuen Welt“, nach der Jean und Marie Anne Josephine Bourgraff in den 50 iger Jahren des 19 ten Jahrhundert von Hoffelt nach Canada ausgewandert, finden wir in deren Nachkommenschaft auch verschiedene geistliche Berufe. Hier einige mir bekannte Namen: Reverand Aloysius Burggraff und sein Neffe Reverand Alvin Burggraff.                               

Father Aloysius Burggraff kam am 28. Juli 1898 in Royalton, MN, zur Welt. Sein Großvater war Jean Bourgraff aus Helzingen Luxemburg. Aloysius studierte Maschienenbau an der “University of Minnesota”, als Amerika in den ersten Weltkrieg eintrat. Er diente in der US-Armee bei der “Chemical Engineers”. Nach dem Krieg beendete er sein Studium an der Universität und graduierte 1920 in Maschienenbau. Schon im selben Jahr trat er in das Paulist novitiate ein. Er wurde am 15. September 1926 zum Professor ernannt und am 9. Juni 1927 zum Priester geweiht.

Sofort nach der Weihe wurde er als “first superior of the new Juniorate” in Baltimore ernannt, wo er am Sulpician St. Charles College als wissenschaftlicher Lehrer arbeitete.           Father Aloysius und sein Neffe Alvin   Nach verschiedenen Aufgaben in einer Pfarrei in Minneapolis und Washingten kam er in das St. Paul's College zurück, wo er sowohlLehrerals auch Rektor war und einen Doktortitel in Chemiean der Katholischen Universität erwarb.                    

1944 wurde Aloysius Burggraff Pfarrer an der St. Austin's Pfarrei in Austin Texas, drei Jahre später wurde er nach New York City versetzt, wo er die Pfarrei und das Informationszentrum St. Paul the Apostle leitete.1952 kam er zurück nach Baltimore, wo er als Direktor des Informationszentrums arbeitete. Dort verfasste er eine Schrift für “The Baltimore Catholic Review“. Dieses Handbuch wurde 1960 als "Handbook for New Catholics"veröffentlicht. Father Aloysius Burggraff In den 60.iger Jahren ging es mit seiner Gesundheit bergab und als das   “Information Center” in den frühen 1965 Jahren umzog, gab er seinen Posten auf und zog nach Washington wo er am St. Paul's College, Ethic lehrte.Im 26 Mai 1966 erlag er einem schweren Herzinfakt. Leider erlebte er nicht mehr seine 40 tes Priesterjubileum. Er wurde in Baltimore begraben.

 Diese Information ist von: www.findeagrave.com    

Eine Ausnahme bildete Pierre Bourggraff welcher aus Trotten aus dem Hause Hens entstammte und dessen Patenonkel Petrus Hironymus Valentiny, Pfarrer in Oberbesslingen war. Pfarrer Valentiny leitete die sogenannte „Besslinger Akademie“ (eine Schule mit bis zu 60 Schüler). Obwohl das Studium von Pierre von seinem Onkel gefördert wurde, wurde dieser nicht Priester.Pierre Bourggraff wurde der erste luxemburgische Professor an der Universität Lüttich. siehe dazu: Professor Pierre Burggraff

 

Es gibt ausserdem einen Missionar in der Familie, Joseph Bourgraff. Hier die Zusammenfassung seiner Geschichte. Auf der französichen Seite finden Sie die ganze Biographie.

Joseph Bourgraff, Spiritanermissionar, Sohn von Edouard Bourgraff und Irma Simon, Enkel von Michel Bourgraff aus Helzingen/Luxembourg

Mein Leben steht unter dem Zeichen des Reisens. Vorherbestimmung? Die Spiritanermissionare verpflichten sich, sich nur an eine Sache zu binden, nämlich ihren Reísekoffer.

Ich wurde im Juni 1940, also während dem zweiten Weltkrieg in Sibret/Belgien geboren. Ich war das fünfte Kind. Meine Schwester verstarb aber bei der Geburt. Später wurden noch drei Kinder geboren, wovon eine weitere Schwester 1944 an einer Hirnhautentzündung verstarb.

Mein Vater wurde eingezogen und auf dem Weg zur Front schwer verletzt.

Ich erinnere mich sehr gut an die Ardennen-Offensive. Unser Dorf wurde heftig bombardiert. Als wir aus der Christmette zurückkamen gab es unser Haus nicht mehr. Wir hatten alles verloren. Danach wohnten wir im Keller des Pfarrhauses.

Ich erinnere mich, dass die amerikanischen Soldaten nach Kriegsende Schokolade und Bonbons verteilten. Sie mussten Minen einsammeln, dabei sind einige tragisch verunglückt.

1946 kaufte Papa einen kleinen Bauernhof in Léglise. Beim Umzug passte unser ganzer Besitz auf einen vom Pferd gezogenen Wagen. Wir besaßen nicht mehr viel, aber wir waren glücklich.

Nach der Grundschule durfte ich das Gymnasium in Gentinnes besuchen. Während dieser Zeit reifte in mir der Wunsch Missionar zu werden. 1958, nach dem Abitur trat ich als Novize bei den Spiritanern ein und verbrachte das erste Jahr in Puy de Dôme/Frankreich. Danach studierte ich 2 Jahre Philosophie und anschließend 4 Jahre Theologie in Löwen/Belgien. Im März 1965 wurde ich zum Priester geweiht.

Im August 1965 fing ein neuer Lebensabschnitt an: Ich ging in die Mission in den Kongo nach Kindu, eine von der Rebellion verwüstete Gegend. Am Flughafen in Kinshasa war man erstaunt, dass ich in so eine berüchtigte Gegend ging und so flog ich in einem fast leeren Flugzeug dorthin. Die Umstellung war gewaltig, da ich noch vor 48 Stunden in Belgien war.

Ich wurde nicht wie geplant Vikar in der Kathedrale, sondern musste zuerst die Sprache Swahili lernen. So unterrichtete ich im ersten Jahr Mathematik am Gymnasium in Kindu. 1966 wurde ich beigeordneter Direktor der Diözesanschulen. 1968 wurde ich zum bischöflichen Prokurator berufen.

1973 kehrte ich zurück nach Belgien (Gentinnes), wo ich seit 1974 Ökonom unseres Hauses bin. Dort werden Exerzitien und geistliche Veranstaltungen angeboten. Das Haus empfängt durchschnittlich 5000 Personen pro Jahr.

Während dieser Zeit lebte ich 2 Jahre in Rom und 6 Jahre in Namur, immer im Dienst als Ökonom für den Orden. Auch durfte ich von 1990 bis 2000 Direktor von MISSIO-Belgien sein und entdeckte so die universelle Weltkirche. Seit 2005 bin ich mitverantwortlich für eine gemeinnützige Organisation MEMISA, die sich um leidende und kranke Menschen kümmert.

Ich möchte nicht schließen ohne zu sagen, dass ich ein wunderbares Leben hatte und dass ich glücklich bin. Meine Dankbarkeit geht auch an meine Familie, die mich immer unterstützt und ermutigt hat, eine Familie wo jeder sich auf den andern verlassen kann.

10. November 2013 Joseph Bourgraff

 

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