Das Gemeindeland

Die Wiesen und Weiden. Wohl jede Vogtei, mit Ausnahme der ganz kleinen, die in späten Zeiten aus den gewöhnlichen Vogteien abgetrennt worden sind, besass ein Quantum Wiesenlandes, dessen Grösse selten durch die Wörter maht,fauchere, bezeichnet wird, indem man in den meisten Fällen den durchschnittlichen Ertrag mit Fuder und Hausten berechnet. Die Wiesen gehören aber trotzdem in gewisser Hinsicht zum Gemeindeeigentum, weil bis zum achtzehnten Jahrhundert nur selten Grummet gewonnen wird, und alle Wiesen dem gemeinen Weidgang gewöhnlich das ganze Jahr hindurch offen stehen, mit Ausnahme der Zeit vom ersten Mai bis nach vollendeter Heuernte. Ist diese eingebracht, so wird die ganze Herde unter Aufsicht des Gemeindehirten auf die Wiesen getrieben, und zwar nicht nur auf diejenigen des eigenen Dorfes, sondern auch auf einen genau begrenzten Teil der Nachbarfluren. Als Weide dienten ausserdem, wie schon gesagt, die Wälder, aber auch jener Teil des Bannes, der brach lag: wir hatten fast überall die Dreifelderwirtschaft, nach welcher der ganze Bann in drei Gewanden verfiel, von denen immer eine abwechselnd brach liegen blieb, während die anderen, die mit Getreide bestellt waren, durch jedes Jahr neu herzustellende Zäune gegen die weidende Herde geschützt wurden.

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